{"id":2253,"date":"2026-07-08T12:03:34","date_gmt":"2026-07-08T11:03:34","guid":{"rendered":"https:\/\/iseremo.com\/?p=2253"},"modified":"2026-07-08T12:12:45","modified_gmt":"2026-07-08T11:12:45","slug":"der-frontier-ai-grand-challenge-europas-versuch-ein-eigenes-ki-modell-zu-bauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iseremo.com\/de\/der-frontier-ai-grand-challenge-europas-versuch-ein-eigenes-ki-modell-zu-bauen\/","title":{"rendered":"Der Frontier AI Grand Challenge: Europas Versuch, ein eigenes KI-Modell zu bauen"},"content":{"rendered":"<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><b>TL;DR<\/b><\/p>\n<p>\u2192 Die Europ\u00e4ische Kommission hat am 19. Juni 2026 das Konsortium EUROPA, gef\u00fchrt von der italienischen Firma Domyn und der deutschen Fraunhofer-Gesellschaft, als Gewinner des Frontier AI Grand Challenge ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>\u2192 Ziel ist ein offenes KI-Modell mit \u00fcber 400 Milliarden Parametern, das von Grund auf alle 24 offiziellen EU-Sprachen gleichwertig abdecken soll.<\/p>\n<p>\u2192 Der Wettbewerb wurde am 13. Februar 2026 von der Kommission zusammen mit der EuroHPC Joint Undertaking gestartet und in weniger als f\u00fcnf Monaten entschieden, schnell f\u00fcr EU-Verh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p>\u2192 Parallel l\u00e4uft seit Februar 2025 das Projekt OpenEuroLLM mit 20 europ\u00e4ischen Institutionen, das trotz eines Budgets von 37,4 Millionen Euro offen von Engp\u00e4ssen bei der Rechenleistung berichtet.<\/p>\n<p>\u2192 Zwei weitere nationale Projekte zeigen alternative Wege: Italiens Minerva wurde komplett neu trainiert und erzielte ern\u00fcchternde Ergebnisse auf einem Schultest, w\u00e4hrend Portugals Am\u00e1lia ein bestehendes Modell f\u00fcr deutlich weniger Geld erfolgreich anpasste.<\/p>\n<p>\u2192 Keines der vier Projekte liefert heute ein Produkt, das Frontier-Modelle wie GPT-5.5 oder Claude ersetzen k\u00f6nnte. Sie zeigen aber vier unterschiedliche Antworten auf dieselbe strategische Frage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Europa investiert erstmals in ein eigenes Frontier-Modell.<\/b><\/p>\n<p><i><span style=\"font-weight: 400;\">Aber kann es wirklich mit OpenAI, Google oder chinesischen Anbietern konkurrieren?<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Um das zu verstehen, muss man vier Projekte gleichzeitig betrachten, die alle dasselbe Ziel verfolgen, aber mit sehr unterschiedlichen Mitteln.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><b>Warum Europa \u00fcberhaupt ein eigenes Frontier-Modell will<\/b><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Seit Jahren tritt Europa im Bereich gro\u00dfer KI-Modelle vor allem als Regulierer auf, nicht als Hersteller. Die bekanntesten Frontier-Modelle, mit \u00fcber 400 Milliarden Parametern und F\u00e4higkeiten auf Spitzenniveau, stammen weiterhin aus den USA und China.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der <\/span><a href=\"https:\/\/digital-strategy.ec.europa.eu\/en\/funding\/turning-strategy-action-commission-launches-frontier-ai-grand-challenge\"><span style=\"font-weight: 400;\">Frontier AI Grand Challenge<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> ist der bislang konkreteste Versuch der EU-Kommission, das zu \u00e4ndern: ein finanzierter Wettbewerb, der ein europ\u00e4isches Unternehmen oder Konsortium beauftragen sollte, ein eigenes Frontier-Modell auf europ\u00e4ischer Infrastruktur zu trainieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Parallel laufen bereits mehrere kleinere, nationale oder pan-europ\u00e4ische Projekte mit demselben Grundgedanken: offene, mehrsprachige Sprachmodelle f\u00fcr Europa. <\/span><a href=\"https:\/\/strategic-technologies.europa.eu\/step-results\/step-stories\/openeurollm_en\"><span style=\"font-weight: 400;\">OpenEuroLLM<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> verfolgt einen pan-europ\u00e4ischen Ansatz, Italiens Minerva und Portugals Am\u00e1lia nationale Wege mit jeweils eigener Sprache im Zentrum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr Unternehmen, die heute ohnehin auf US-Anbieter wie OpenAI, Anthropic oder Google AI setzen, ist das mehr als Symbolpolitik: Es entscheidet sich hier, ob es k\u00fcnftig eine ernstzunehmende europ\u00e4ische Alternative gibt, oder ob es bei vier gut gemeinten Pilotprojekten bleibt.<\/span><\/p>\n<h4><b>Hintergrund: Europas Ausgangslage vor dem Wettbewerb<\/b><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Frontier AI Grand Challenge entstand nicht im luftleeren Raum. Er ist Teil der <\/span><a href=\"https:\/\/digital-strategy.ec.europa.eu\/en\/policies\/european-approach-artificial-intelligence\"><span style=\"font-weight: 400;\">Apply-AI-Strategie<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> und des breiteren AI Continent Action Plan, mit denen Europa von einer regulatorischen zu einer aktiveren industriellen Rolle im KI-Bereich \u00fcbergehen will.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Grundannahme: Europa besitzt exzellente Forschung, leistungsf\u00e4hige Supercomputer \u00fcber das EuroHPC-Netzwerk und f\u00fchrende Universit\u00e4ten, hat diese Vorteile aber bislang nicht in konkurrenzf\u00e4hige eigene Frontier-Modelle \u00fcbersetzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese L\u00fccke ist nicht neu, wurde aber durch die geopolitische Entwicklung 2026 sichtbarer. Mit wachsender Abh\u00e4ngigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Anbietern gewann die Frage, ob Europa eigene Alternativen aufbauen kann, politisch an Gewicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr Beh\u00f6rden und regulierte Branchen, die aus Datenschutz- und Souver\u00e4nit\u00e4tsgr\u00fcnden z\u00f6gern, ihre Daten in US-Clouds zu verarbeiten, ist diese L\u00fccke keine abstrakte Debatte: Sie entscheidet, ob es bald eine praxistaugliche europ\u00e4ische Alternative gibt.<\/span><\/p>\n<h4><b>Wie es dazu kam: Der Frontier AI Grand Challenge im Detail<\/b><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Am 13. Februar 2026 starteten die Europ\u00e4ische Kommission und die <\/span><a href=\"https:\/\/digital-strategy.ec.europa.eu\/en\/funding\/turning-strategy-action-commission-launches-frontier-ai-grand-challenge\"><span style=\"font-weight: 400;\">EuroHPC Joint Undertaking<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> den Frontier AI Grand Challenge. Die Vorgabe: ein Modell mit mindestens 400 Milliarden Parametern, unter Nutzung effizienter, modularer Architekturen wie Mixture-of-Experts.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese Architektur aktiviert f\u00fcr jede Anfrage nur einen Teil der Parameter, was Training und Betrieb sehr gro\u00dfer Modelle wirtschaftlicher macht als bei klassischen, dichten Modellen. Diese Gr\u00f6\u00dfenordnung entspricht laut Kommission den leistungsf\u00e4higsten Systemen weltweit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Anders als bei den meisten EU-F\u00f6rderprogrammen ging es nicht um eine Direktvergabe an mehrere Projekte, sondern um einen echten Wettbewerb mit einem einzigen Gewinner. Bewerber mussten technische Machbarkeit, Rechenzugang, ein glaubw\u00fcrdiges Team und einen belastbaren Plan nachweisen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Gewinn: Zugang zu bis zu 2,5 Prozent der gesamten EuroHPC-Rechenkapazit\u00e4t f\u00fcr ein Jahr, laut Kommission eine der gr\u00f6\u00dften Einzelzuteilungen an Rechenleistung, die die Union je vergeben hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Wettbewerb soll zudem das europ\u00e4ische Startup-\u00d6kosystem st\u00e4rken, damit auch j\u00fcngere Unternehmen Zugang zu n\u00f6tiger Infrastruktur erhalten. F\u00fcr ein europ\u00e4isches KI-Start-up ist das mehr als Kulisse: Ohne einen solchen Zugang w\u00e4re das Training eines Modells dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung schlicht nicht finanzierbar.<\/span><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><b>400+ Mrd.<\/b><\/td>\n<td><b>2,5 %<\/b><\/td>\n<td><b>&lt; 5 Monate<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Parameter, Mindestanforderung des Wettbewerbs<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">der gesamten EuroHPC-Rechenkapazit\u00e4t f\u00fcr 1 Jahr<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">von der Ausschreibung bis zur Entscheidung<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h4><b>Wer das Rennen gemacht hat: EUROPA gewinnt<\/b><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Am 19. Juni 2026 gab die Europ\u00e4ische Kommission bekannt, dass das Konsortium <\/span><a href=\"https:\/\/digital-strategy.ec.europa.eu\/en\/news\/commission-selects-europa-consortium-winner-frontier-ai-grand-challenge-project-build-european-open\"><span style=\"font-weight: 400;\">EUROPA<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> den Frontier AI Grand Challenge gewonnen hat. Gef\u00fchrt wird es vom Mail\u00e4nder Unternehmen <\/span><a href=\"https:\/\/en.ilsole24ore.com\/art\/frontier-grand-challenge-domyn-to-lead-the-ai-sovrana-project-AIgNTNoD\"><span style=\"font-weight: 400;\">Domyn<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> (vormals iGenius, gegr\u00fcndet 2016), gemeinsam mit der deutschen Fraunhofer-Gesellschaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Domyn wird geleitet von Uljan Sharka, einem 1992 geborenen italienischen Staatsb\u00fcrger albanischer Abstammung, und ist auf KI-L\u00f6sungen f\u00fcr regulierte, unternehmenskritische Anwendungen spezialisiert, einen Ansatz, den das Unternehmen selbst als souver\u00e4ne KI bezeichnet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Kommissions-Vizepr\u00e4sidentin Henna Virkkunen ordnete die Entscheidung ein. Sie erkl\u00e4rte, Europa k\u00f6nne auf eigenen Bedingungen an der Spitze fortschrittlicher KI mitwirken, und das Konsortium solle ein Frontier-Modell in allen 24 EU-Sprachen bauen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Konkret bedeutet der Sieg Zugang zu bis zu 2,5 Prozent der EuroHPC-Rechenkapazit\u00e4t, erg\u00e4nzt durch Domyns eigenen Colosseum-Cluster mit rund 6.000 NVIDIA-Blackwell-Chips, der laut <\/span><a href=\"https:\/\/en.ilsole24ore.com\/art\/frontier-grand-challenge-domyn-to-lead-the-ai-sovrana-project-AIgNTNoD\"><span style=\"font-weight: 400;\">Unternehmensangaben<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> \u00fcber 115 Exaflops erreichen und Modelle mit mehr als einer Billion Parametern unterst\u00fctzen soll.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Entscheidend f\u00fcr jede realistische Einordnung: Das Modell existiert noch nicht. Wie eine <\/span><a href=\"https:\/\/www.vectrel.ai\/blog\/eu-europa-consortium-sovereign-ai-model-business-strategy\"><span style=\"font-weight: 400;\">detaillierte Analyse zur Gesch\u00e4ftsrelevanz von EUROPA<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> zeigt, nennt die Kommission weder einen Liefertermin noch eine messbare Definition von Frontier-Niveau. Branchensch\u00e4tzungen gehen von zw\u00f6lf bis achtzehn Monaten bis zu ersten Ergebnissen aus, realistisch Ende 2027 bis Anfang 2028.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr einen CIO ist das ein strategisches Signal, keine kurzfristige Beschaffungsoption: Innerhalb von nur f\u00fcnf Monaten hat die EU einen Gewinner bestimmt und ihm eine der gr\u00f6\u00dften Rechenzuteilungen ihrer Geschichte zugesprochen. F\u00fcr die eigene mehrj\u00e4hrige Roadmap lohnt es sich, EUROPA von jetzt an im Blick zu behalten.<\/span><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><i><span style=\"font-weight: 400;\">Ein Sieg beim Frontier AI Grand Challenge ist eine Zusage zu Rechenleistung, kein ausgeliefertes Modell. Der Unterschied zwischen Ank\u00fcndigung und Produkt ist genau die Stelle, an der solche Programme entweder \u00fcberzeugen oder leise verschwinden.<\/span><\/i><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"2\"><b>Reality Check<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Was EUROPA IST<\/b><\/p>\n<p><b>\u2713 <\/b>Finanzierung<\/p>\n<p><b>\u2713 <\/b>Rechenkapazit\u00e4t (Compute)<\/p>\n<p><b>\u2713 <\/b>Ein Konsortium mit klarem Auftrag<\/td>\n<td><b>Was EUROPA NICHT ist<\/b><\/p>\n<p><b>\u2717 <\/b>Ein fertiges Modell<\/p>\n<p><b>\u2717 <\/b>Eine \u00f6ffentliche API<\/p>\n<p><b>\u2717 <\/b>Produktionsreif<\/p>\n<p><b>\u2717 <\/b>Ein GPT-Konkurrent, heute<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese Bausteine allein sind trotzdem mehr, als Europa vor einem Jahr hatte: gesicherte Finanzierung, gesicherte Rechenleistung und ein Konsortium mit Erfahrung in regulierten, unternehmenskritischen KI-Anwendungen. Der n\u00e4chste reale Meilenstein ist keine Ank\u00fcndigung mehr, sondern ein \u00f6ffentlich \u00fcberpr\u00fcfbares Modell.<\/span><\/p>\n<h4><b>Der zweite Weg: OpenEuroLLM<\/b><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend EUROPA die Schlagzeilen bestimmt, l\u00e4uft im Hintergrund bereits seit dem 1. Februar 2025 ein zweites Projekt: <\/span><a href=\"https:\/\/strategic-technologies.europa.eu\/step-results\/step-stories\/openeurollm_en\"><span style=\"font-weight: 400;\">OpenEuroLLM<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, ein Konsortium aus 20 europ\u00e4ischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und EuroHPC-Rechenzentren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Koordiniert von Jan Haji\u010d (Karls-Universit\u00e4t Prag) und ko-geleitet von Peter Sarlin (AMD Silo AI, Finnland), entwickelt es eine Familie mehrsprachiger, offener Sprachmodelle. Das Projekt tr\u00e4gt das STEP-Siegel und wird \u00fcber das Digital Europe Programme gef\u00f6rdert.<\/span><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><b>Bereich<\/b><\/td>\n<td><b>Beteiligte Organisationen (Auswahl)<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Koordination<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Karls-Universit\u00e4t Prag (Jan Haji\u010d), AMD Silo AI Finnland (Peter Sarlin, Ko-Leitung)<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Forschung<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Fraunhofer IAIS, ELLIS Institute T\u00fcbingen, Universit\u00e4t T\u00fcbingen, Forschungszentrum J\u00fclich<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Supercomputing<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Barcelona Supercomputing Center, CSC Finnland, CINECA Italien, weitere EuroHPC-Zentren<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Industrie<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Aleph Alpha (Deutschland), LightOn (Frankreich), Ellamind<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Sprachtechnologie<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Alliance pour les technologies des langues (ALT-EDIC), Prompsit Language Engineering<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Gesamtbudget liegt bei 37,4 Millionen Euro, davon 20,6 Millionen Euro direkt aus dem Digital Europe Programme.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Trotzdem berichtete Koordinator Jan Haji\u010d im Fortschrittsbericht vom 6. M\u00e4rz 2026 offen von Engp\u00e4ssen bei der Rechenleistung. Laut <\/span><a href=\"https:\/\/strongmocha.com\/ai-infrastructure-data-centers\/openeurollm-the-third-path\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Fachanalysen zum Projektfortschritt<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> sind 3 Millionen GPU-Stunden auf Leonardo-BOOSTER in Italien und 1,5 Millionen auf LUMI in Finnland gesichert, zusammen 4,5 Millionen GPU-Stunden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das ist reale Rechenleistung auf Frontier-Niveau, reicht laut Projektleitung selbst aber nicht f\u00fcr die finalen, gr\u00f6\u00dften geplanten Modelle.<\/span><\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2255\" src=\"https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-31-300x153.png\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"261\" srcset=\"https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-31-300x153.png 300w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-31-1024x522.png 1024w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-31-768x391.png 768w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-31-1536x782.png 1536w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-31-18x9.png 18w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-31.png 1757w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/p>\n<h6><i><span style=\"font-weight: 400;\">Gesicherte Rechenkapazit\u00e4t von OpenEuroLLM nach EuroHPC-System, Stand Fortschrittsbericht vom 6. M\u00e4rz 2026.<\/span><\/i><\/h6>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Trotz der Engp\u00e4sse soll das Projekt im Juli 2026 erste Modelle ver\u00f6ffentlichen, allerdings nicht auf Frontier-Niveau.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wissenschaftliche und industrielle Kompetenz ist vorhanden, Rechenkapazit\u00e4t knapp: ein Muster, das sich bei den folgenden beiden nationalen Projekten in unterschiedlicher Form wiederholt.<\/span><\/p>\n<h4><b>Andere nationale Wege: Minerva (Italien) und Am\u00e1lia (Portugal)<\/b><\/h4>\n<p><b>Minerva: der Weg von Grund auf<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Italien verfolgte mit <\/span><a href=\"https:\/\/this-info.com\/ai-governance\/minerva-the-opposite-path\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Minerva<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> einen radikal anderen Ansatz: ein Modell komplett neu von Grund auf trainieren, statt ein bestehendes multilinguales Modell zu erweitern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Minerva wurde auf 2,5 Billionen Tokens trainiert, mit rund 50 Prozent italienischem Sprachanteil, auf der Infrastruktur von CINECA, und mit vollst\u00e4ndig offenen Gewichten, Trainingsdaten und Code ver\u00f6ffentlicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Ergebnis war ern\u00fcchternd: Minerva-3B erzielte nur 4,9 Prozent auf dem INVALSI-Schultest, einer standardisierten italienischen Schulpr\u00fcfung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das wirft eine Frage auf, die \u00fcber Italien hinausreicht: Ein Modell komplett neu zu trainieren ist die teurere Strategie, garantiert aber nicht automatisch bessere Ergebnisse, ein Signal, das jedes Unternehmen mit eigenen KI-Ambitionen ernst nehmen sollte.<\/span><\/p>\n<p><b>Am\u00e1lia: der Weg der Anpassung<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Portugal w\u00e4hlte mit <\/span><a href=\"https:\/\/thenextweb.com\/news\/portugal-open-source-ai-model-amalia\"><span style=\"font-weight: 400;\">Am\u00e1lia<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> den entgegengesetzten Weg. Statt von Grund auf zu trainieren, erweiterte ein Konsortium aus mehr als sechzig Forschenden, koordiniert von der NOVA University Lissabon, das offene Modell EuroLLM-9B gezielt f\u00fcr europ\u00e4isches Portugiesisch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Vorgestellt am 1. Juli 2026 in Lissabon in Anwesenheit von Premierminister Lu\u00eds Montenegro, kostete das Projekt rund 5,5 bis 7 Millionen Euro aus Portugals Aufbau- und Resilienzplan, deutlich weniger als OpenEuroLLM.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Am\u00e1lia umfasst neben einem Textmodell mit rund 9 Milliarden Parametern auch ein Bild- und ein Sprachmodul, ver\u00f6ffentlicht unter Apache-2.0-Lizenz. Bei Bewertungen f\u00fcr europ\u00e4isches Portugiesisch \u00fcbertrifft es maschinell \u00fcbersetzte Alternativen deutlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr kleinere EU-L\u00e4nder oder Fachabteilungen mit begrenztem Budget ist das ein Muster, das sich leichter kopieren l\u00e4sst als EUROPAs Milliarden-Ansatz: bestehende offene Modelle gezielt anpassen statt neu zu trainieren.<\/span><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><b>Merkmal<\/b><\/td>\n<td><b>Minerva (Italien)<\/b><\/td>\n<td><b>Am\u00e1lia (Portugal)<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Ansatz<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Von Grund auf neu trainiert<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Bestehendes Modell (EuroLLM-9B) erweitert<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Gr\u00f6\u00dfe<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">3 Milliarden Parameter<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">\u2248 9 Milliarden Parameter (Text) + Bild\/Sprache<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Trainingsdaten<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">2,5 Billionen Tokens, \u2248 50 % Italienisch<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Erweiterte Vortrainingsdaten, europ\u00e4isches Portugiesisch<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Finanzierung<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Nationale KI-Strategie (Betrag nicht vollst\u00e4ndig offengelegt)<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">\u2248 5,5 bis 7 Mio. \u20ac \u00fcber den Aufbau- und Resilienzplan<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Ergebnis<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">4,9 % auf dem INVALSI-Schultest<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Deutliche Verbesserung gegen\u00fcber Maschinen\u00fcbersetzung auf pt-PT-Tests<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Ver\u00f6ffentlicht<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Offene Gewichte, Daten und Code<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">1. Juli 2026, Apache 2.0<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h6><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2256\" src=\"https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-32-300x165.png\" alt=\"\" width=\"562\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-32-300x165.png 300w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-32-1024x564.png 1024w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-32-768x423.png 768w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-32-1536x846.png 1536w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-32-18x10.png 18w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-32.png 1690w\" sizes=\"(max-width: 562px) 100vw, 562px\" \/><\/h6>\n<h6><i><span style=\"font-weight: 400;\">Modellgr\u00f6\u00dfen im Vergleich, logarithmische Skala. Minerva und Am\u00e1lia operieren auf einer v\u00f6llig anderen Gr\u00f6\u00dfenordnung als der Frontier-Anspruch von EUROPA.<\/span><\/i><\/h6>\n<h4><b>Vier Wege im Gesamtvergleich<\/b><\/h4>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><b>Initiative<\/b><\/td>\n<td><b>Tr\u00e4ger<\/b><\/td>\n<td><b>Ansatz<\/b><\/td>\n<td><b>Ressourcen<\/b><\/td>\n<td><b>Status Juli 2026<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">EUROPA<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Domyn + Fraunhofer (EU-Wettbewerb)<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Neues Frontier-Modell, 400+ Mrd. Parameter<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">2,5 % EuroHPC (1 Jahr) + 6.000-Chip-Cluster<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Gewinner bestimmt, Modell existiert noch nicht<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">OpenEuroLLM<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">20 Institutionen, Karls-Universit\u00e4t Prag<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Mehrsprachige Modellfamilie, pan-europ\u00e4isch<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">37,4 Mio. \u20ac Budget, 4,5 Mio. GPU-Stunden<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Erste Modelle im Juli 2026, Rechenkapazit\u00e4t begrenzt<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Minerva<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Italienische nationale KI-Strategie, CINECA<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Von Grund auf neu trainiert, 3 Mrd. Parameter<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Nicht vollst\u00e4ndig offengelegt<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Ver\u00f6ffentlicht, 4,9 % auf INVALSI-Test<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Am\u00e1lia<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">NOVA University Lissabon u.a., Portugal<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Bestehendes Modell erweitert, \u2248 9 Mrd. Parameter<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">\u2248 5,5 bis 7 Mio. \u20ac (Aufbau- und Resilienzplan)<\/span><\/td>\n<td><span style=\"font-weight: 400;\">Ver\u00f6ffentlicht am 1. Juli 2026, Apache 2.0<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Tabelle zeigt die Fakten. Die folgende Grafik zeigt, wie sich die vier Projekte strategisch zueinander positionieren: wie ambitioniert ihr Ziel ist, und wie nah sie heute an einem nutzbaren Ergebnis sind.<\/span><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2257\" src=\"https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-33-300x200.png\" alt=\"\" width=\"483\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-33-300x200.png 300w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-33-1024x683.png 1024w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-33-768x512.png 768w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-33-18x12.png 18w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-33.png 1536w\" sizes=\"(max-width: 483px) 100vw, 483px\" \/><\/p>\n<h6><i><span style=\"font-weight: 400;\">EUROPA zielt am h\u00f6chsten, ist aber am weitesten von der Einsatzreife entfernt. Am\u00e1lia und Minerva sind l\u00e4ngst ver\u00f6ffentlicht, aber bewusst kleiner dimensioniert. OpenEuroLLM liegt dazwischen.<\/span><\/i><\/h6>\n<h4><b>Analyse: Was das f\u00fcr Unternehmen und Entwickler bedeutet<\/b><\/h4>\n<p><b>Noch kein Sofortprodukt, aber sichtbarer Fortschritt in Rekordzeit<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zwei der vier Projekte sind bereits ver\u00f6ffentlicht: Am\u00e1lia wurde vorgestellt und wird in Portugal eingef\u00fchrt, Minerva ist offen zug\u00e4nglich. OpenEuroLLM folgt im Juli 2026 mit den ersten Modellen, und EUROPA hat in nur f\u00fcnf Monaten reale Finanzierung und Rechenleistung gesichert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das ist ein Tempo und ein Umfang, den es in dieser Form vor zwei Jahren in Europa nicht gab. Jedes ver\u00f6ffentlichte Modell erweitert au\u00dferdem ein wachsendes \u00d6kosystem offener Gewichte, das Lock-in reduziert und mittelfristig Preisdruck auf geschlossene Anbieter aus\u00fcbt, ein Vorteil, von dem jedes Unternehmen profitiert, ob europ\u00e4isch oder nicht.<\/span><\/p>\n<p><b>Von Scratch zu Adaption: zwei grundverschiedene Philosophien<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Minerva und Am\u00e1lia liefern ein praktisches Signal f\u00fcr jedes Unternehmen mit eigener, sprachspezifischer KI-Strategie: Neu zu trainieren ist teuer und liefert nicht automatisch bessere Ergebnisse, wie Minervas Testergebnis zeigt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ein bestehendes, offenes Modell gezielt zu erweitern kann mit einem Bruchteil des Budgets zu einem nutzbaren Ergebnis f\u00fchren, wie Am\u00e1lia zeigt. F\u00fcr die meisten Unternehmen ist die Am\u00e1lia-Strategie das realistischere Vorbild.<\/span><\/p>\n<p><b>Sprachliche Abdeckung als eigenst\u00e4ndiges Gesch\u00e4ftsargument<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">EUROPA und OpenEuroLLM sind beide von Grund auf f\u00fcr alle 24 EU-Amtssprachen konzipiert, nicht nur f\u00fcr Englisch mit nachtr\u00e4glicher Mehrsprachigkeit. F\u00fcr Beh\u00f6rden und regulierte Unternehmen mit deutschsprachigem Bedarf ist das ein eigenst\u00e4ndiges Argument.<\/span><\/p>\n<p><b>Rechenkapazit\u00e4t, nicht Ideen, ist der eigentliche Engpass<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Europa hat die wissenschaftliche und industrielle Kompetenz, aber nicht \u00fcberall ausreichend eigene Rechenkapazit\u00e4t, um im gleichen Tempo wie US-amerikanische oder chinesische Anbieter zu trainieren. Das ist die Kennzahl, an der sich der Erfolg dieser Initiativen langfristig messen l\u00e4sst.<\/span><\/p>\n<h4><b>Was Unternehmen heute tun sollten<\/b><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr CEOs, CIOs und AI Leader, die jetzt entscheiden m\u00fcssen, wie sie mit diesen vier Projekten umgehen, lassen sich f\u00fcnf konkrete Schritte ableiten:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> Nicht auf EUROPA warten. Schon heute mit bestehenden offenen Modellen wie Mistral, EuroLLM oder Teuken-7B experimentieren, statt auf ein Modell zu warten, das fr\u00fchestens 2028 kommt.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> Sprachabdeckung fr\u00fch pr\u00fcfen. Wer regulierte oder \u00f6ffentliche Projekte plant, sollte jetzt evaluieren, ob europ\u00e4ische Modelle f\u00fcr den eigenen Sprachbedarf bald infrage kommen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> Der Am\u00e1lia-Strategie folgen, nicht der Minerva-Strategie. Bestehende offene Modelle gezielt anpassen ist f\u00fcr die meisten Organisationen realistischer als ein eigenes Modell von Grund auf zu trainieren.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> OpenEuroLLM im Juli 2026 als Realit\u00e4ts-Check nutzen. Die ersten Ver\u00f6ffentlichungen zeigen, wie weit ein europ\u00e4isches Konsortium mit begrenzten Mitteln tats\u00e4chlich kommt, nicht als fertiges Produkt behandeln.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> EUROPA als 2028-Option einplanen, nicht als 2026-L\u00f6sung. In mehrj\u00e4hrige KI-Roadmaps aufnehmen, aber keine kurzfristige Beschaffung darauf st\u00fctzen.<\/span><\/li>\n<li><b> H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/b><\/li>\n<\/ol>\n<p><b>Kann ich EUROPA oder OpenEuroLLM heute schon nutzen?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Nein. EUROPA existiert derzeit nur als Auftrag ohne ver\u00f6ffentlichtes Modell. OpenEuroLLM soll im Juli 2026 erste Modelle ver\u00f6ffentlichen, diese werden aber nicht auf Frontier-Niveau liegen. Minerva und Am\u00e1lia sind bereits ver\u00f6ffentlicht, decken aber jeweils nur eine einzelne Sprache mit vollem Fokus ab.<\/span><\/p>\n<p><b>Was unterscheidet EUROPA von OpenEuroLLM?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">EUROPA ist der Gewinner eines EU-Wettbewerbs mit dem Auftrag, ein einzelnes, sehr gro\u00dfes Frontier-Modell zu bauen. OpenEuroLLM ist ein bereits l\u00e4nger laufendes Konsortialprojekt mit kleinerem Budget, das eine Familie kleinerer, offener Modelle entwickelt.<\/span><\/p>\n<p><b>Warum hat Minerva trotz hohem Aufwand schlecht abgeschnitten?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ein Modell von Grund auf neu zu trainieren erfordert enorme Datenmengen und Rechenleistung, um tiefes Sprach- und L\u00e4nderwissen zu erzeugen. Das Ergebnis von Minerva-3B deutet darauf hin, dass die eingesetzte Kombination aus Modellgr\u00f6\u00dfe und Trainingsdaten daf\u00fcr nicht ausreichte.<\/span><\/p>\n<p><b>Ist Am\u00e1lia ein Vorbild f\u00fcr andere kleinere EU-L\u00e4nder?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Berichterstattung zu Am\u00e1lia legt genau das nahe: eine kosteng\u00fcnstigere Anpassungsstrategie statt einer teuren Neuentwicklung von Grund auf, \u00e4hnlich wie es Spaniens ALIA oder Deutschlands Teuken-7B bereits vorgemacht haben.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2258\" src=\"https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-34-300x150.png\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-34-300x150.png 300w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-34-1024x512.png 1024w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-34-768x384.png 768w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-34-1536x768.png 1536w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-34-18x9.png 18w, https:\/\/iseremo.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-34.png 1774w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/p>\n<h6><i><span style=\"font-weight: 400;\">Die wichtigsten Etappen von OpenEuroLLM und dem Frontier AI Grand Challenge zwischen Februar 2025 und Juli 2026.<\/span><\/i><\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Kurzfristig ist der wichtigste Pr\u00fcfstein die Qualit\u00e4t der ersten OpenEuroLLM-Modelle, die im Juli 2026 erwartet werden. Sie liefern den ersten \u00f6ffentlich \u00fcberpr\u00fcfbaren Vergleichsma\u00dfstab daf\u00fcr, wie weit ein europ\u00e4isches Konsortium mit begrenzten Mitteln tats\u00e4chlich kommt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Mittelfristig entscheidet sich, ob OpenEuroLLM zus\u00e4tzliche Rechenkapazit\u00e4t jenseits der bereits gesicherten 4,5 Millionen GPU-Stunden erh\u00e4lt, um die finalen, gr\u00f6\u00dferen Modelle \u00fcberhaupt fertigzustellen. Auch Am\u00e1lias Weiterentwicklung mit der f\u00fcr 2027 vorgesehenen Investition von 1,5 Millionen Euro wird zeigen, ob die Anpassungsstrategie tragf\u00e4hig bleibt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Langfristig, und das ist der gr\u00f6\u00dfere Pr\u00fcfstein, muss sich zeigen, ob EUROPA aus einer einzelnen, subventionierten Trainingsrunde ein dauerhaftes, gut finanziertes Programm macht, statt eine einmalige Demonstration zu bleiben. Realistisch sind erste belastbare Ergebnisse nicht vor Ende 2027 zu erwarten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">EUROPA bringt gro\u00dfe Rechenzuteilungen und einen klaren Auftrag. OpenEuroLLM bringt \u00fcber ein Jahr Projekterfahrung und bereits 4,5 Millionen gesicherte GPU-Stunden. Minerva zeigt, wo die Grenzen einer Von-Grund-auf-Strategie liegen. Am\u00e1lia zeigt, dass ein kleineres, gezieltes Budget bereits heute ein einsatzf\u00e4higes Ergebnis liefert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zusammengenommen zeigen die vier Projekte etwas, das es vor zwei Jahren in dieser Form nicht gab: eine breite, konkrete Bewegung Europas hin zu eigenen, offenen KI-Modellen, mit echtem Geld, echter Rechenleistung und echten, \u00fcberpr\u00fcfbaren Ergebnissen.<\/span><\/p>\n<h4><b>Quellen<\/b><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/digital-strategy.ec.europa.eu\/en\/funding\/turning-strategy-action-commission-launches-frontier-ai-grand-challenge\"><span style=\"font-weight: 400;\">Europ\u00e4ische Kommission: Start des Frontier AI Grand Challenge (Februar 2026)<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital-strategy.ec.europa.eu\/en\/news\/commission-selects-europa-consortium-winner-frontier-ai-grand-challenge-project-build-european-open\"><span style=\"font-weight: 400;\">Europ\u00e4ische Kommission: Auswahl des EUROPA-Konsortiums als Gewinner<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital-strategy.ec.europa.eu\/en\/policies\/european-approach-artificial-intelligence\"><span style=\"font-weight: 400;\">Europ\u00e4ische Kommission: Europ\u00e4ischer Ansatz f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz \/ AI Continent Action Plan<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/en.ilsole24ore.com\/art\/frontier-grand-challenge-domyn-to-lead-the-ai-sovrana-project-AIgNTNoD\"><span style=\"font-weight: 400;\">Il Sole 24 Ore: Domyn f\u00fchrt das EUROPA-Projekt an<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vectrel.ai\/blog\/eu-europa-consortium-sovereign-ai-model-business-strategy\"><span style=\"font-weight: 400;\">Vectrel: Was das EUROPA-Modell f\u00fcr Unternehmensstrategien bedeutet<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/strategic-technologies.europa.eu\/step-results\/step-stories\/openeurollm_en\"><span style=\"font-weight: 400;\">Strategic Technologies for Europe Platform: OpenEuroLLM<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/strongmocha.com\/ai-infrastructure-data-centers\/openeurollm-the-third-path\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">StrongMocha: OpenEuroLLM, der dritte Weg (Fortschritt und Rechenengp\u00e4sse)<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/this-info.com\/ai-governance\/minerva-the-opposite-path\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">This Info: Minerva, der entgegengesetzte Weg (Trainingsansatz und Testergebnis)<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/thenextweb.com\/news\/portugal-open-source-ai-model-amalia\"><span style=\"font-weight: 400;\">The Next Web: Portugal ver\u00f6ffentlicht Am\u00e1lia, sein erstes nationales KI-Modell<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/letsdatascience.com\/news\/portugal-launches-amalia-open-source-portuguese-language-mod-d12ab37e\"><span style=\"font-weight: 400;\">Let&#8217;s Data Science: Portugal stellt Am\u00e1lia vor (Budget, Konsortium, technischer Bericht)<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.intelligentcio.com\/eu\/2026\/07\/06\/portugals-amalia-llm-signals-europes-ai-ambitions\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Intelligent CIO Europe: Portugals Am\u00e1lia-Vorstellung in Lissabon<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TL;DR \u2192 Die Europ\u00e4ische Kommission hat am 19. 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